Reiner Calmund im Interview mit dem Internetportal SL INWORLD
Seit fast einer Woche sind nun die vier Sims der Calli Islands für Fans und Besucher inworld eröffnet. SL INWORLD sprach mit Reiner Calmund über die Chancen für Fußball in Second Life, virtuelles Gewicht und die Frage nach dem Deutschen Meister.
SL INWORLD: Zunächst einmal die Basisfrage: Wie sind Sie auf Second Life gekommen?
Reiner Calmund: Durch meine Frau Sylvia. Sie lernte Second Life durch einen TV-Bericht kennen und nach und nach reifte in ihr der Gedanke, dass dieses Medium maßgeschneidert ist für mich.
SL INWORLD: Was fasziniert Sie am meisten an diesem neuen Medium?
Reiner Calmund: Second Life bietet eine großartige Kommunikationsplattform. Die Möglichkeit, mit vielen Menschen kommunizieren zu können, fasziniert mich deshalb, weil ich im „realen“ Leben von unheimlich vielen Menschen angesprochen werde, aber selten die Zeit zu einem ausführlichen Gespräch habe. Ob das im Restaurant ist, am Flughafen oder auf dem Stadionparkplatz – alles bleibt oberflächlich. In Second Life kann ich Fragen beantworten, Meinungen austauschen, diskutieren. Die ersten Erfahrungen waren absolut positiv. Die Resonanz in den ersten Tagen war allerdings so überwältigend, dass ich mich doch immer recht kurz fassen musste, aber ich denke, das pendelt sich ein.
SL INWORLD: Es gibt bereits eine virtuelle Second Life Fussball-Liga. Der Energie-Versorger EnBW hat eine Trikot-Verteilaktion gestartet und eine eigene Arena gebaut. Wie schätzen Sie das Potenzial für virtuellen Fussball ein?
Reiner Calmund: Fußball ist Volksport Nr. 1 in Deutschland und wird wohl daher auch in SL immer wieder ein Thema sein. Fußball gespielt werden sollte aber doch eher auf dem realen Rasen. So lange das in SL ohne den typisch deutschen tierischen Ernst abläuft, bin ich dabei. Mal sehen, was uns da noch einfällt.
SL INWORLD: Planen Sie eine eigene virtuelle Fussball-Mannschaft aufzubauen?
Reiner Calmund: Nur eine Spaß-Truppe. Gemischt, aus Männern und Frauen. Und die „dritte Halbzeit“ müsste im Mittelpunkt stehen. Wir bieten auf Calli Island außerdem sehr viele unterschiedliche Wettbewerbe, Spiele und Gewinnaktionen an.
SL INWORLD: Wie sehen Sie die Chancen für Merchandising in Second Life?
Reiner Calmund: Die Nachfrage nach Trikots und Fahnen ist zwar enorm, und die Avatare haben ihre Trikots und Fahnen ja zum Teil bereits selbst kreiert. Das Potenzial von Calli Island ist jedoch nicht auf Merchandising beschränkt, sondern bietet für Unternehmen eine neuartige Werbe- und Marketingplattform. Im Gegensatz zu den zahlreichen Shop-Präsenzen in SL erfolgt durch die Einbindung auf unserer Eventinsel eine produktunabhängige Ansprache mit viel Spaß und Unterhaltung.
SL INWORLD: Die Marke „Reiner Calmund“ lässt sich gerade durch das neue Kommunikationsmedium Second Life gut darstellen. Welche Key Assoziationen beinhaltet bzw. soll „Reiner Calmund“ beinhalten“?
Reiner Calmund: Kommunikation ist das Zauberwort. Ich will mit meinen Gästen sprechen, diskutieren, streiten. Nicht nur über Fußball, über Gott und die Welt soll gesprochen werden auf Calli Island. Bekanntermaßen sind meine großen Leidenschaften Fußball, Kochen bzw. Essen sowie Reisen.
SL INWORLD: Ihre Insel Calli Island ist sehr vielseitig gestaltet. Vom Kochstudio, Biergarten bis zum Strand bietet sie für jeden Avatar etwas. Wie sind Sie auf die Ideen gekommen?
Reiner Calmund: Calli Island ist nicht nur nach meiner Figur kreiert, sondern spiegelt auch meine Leidenschaften und Vorlieben wider. Die Insel entspricht in jeder Hinsicht meinem Naturell, ich bin sehr kommunikativ, brauche die Geselligkeit und muss immer in Aktion bleiben. In meinem SL-Privathaus zeige ich viele persönliche Dinge, ein Fußballstadion mit abwechslungsreichen Wettbewerben darf genauso wenig fehlen wie mein TV-Kochstudio, in dem die Sendung „Calli kocht“ vom digitalen Kochsender tv.gusto produziert wird. Im Vereinsheim geht die Post ab, da wird diskutiert, aber vor allem gefeiert und getanzt. Und jeder kann sich dort mit seinen privaten Fußball-Highlights verewigen.
SL INWORLD: Niemand kann 24 Stunden inworld sein. Sie lassen ihren Avatar gelegentlich von engen Freunden oder Verwandten steuern. Wie erkennt der Besucher, dass nicht Sie hinter der virtuellen Fassade stehen?
Reiner Calmund: Eins ist klar: Wo Calli drauf steht, ist Calli drin. Wir wollen keinen Etikettenschwindel anbieten. Wenn ich persönlich online bin, steht oberhalb meines Namens „Yes, it’s me“. Wenn ich unterwegs bin, steuert meistens meine Frau Sylvia den Calli-Avatar (Yes, it’s my wife“), sie kennt mich am besten und hat vor allem den Überblick über den Terminkalender. Keine Angst: Ich bin häufiger online, als viele denken.
SL INWORLD: Darf man Sie nach ihrem virtuellen Gewicht fragen?
Reiner Calmund: Ich habe zum Glück noch keine Waage gefunden in SL. Was wiegt eigentlich ein Avatar durchschnittlich? Ich bin auf jeden Fall leicht genug, um locker durch Second Life zu schweben. Noch nicht gesehen?
SL INWORLD: Was machen Sie momentan in der realen Welt im Bereich Fussball?
Reiner Calmund: Ich stehe fest zu meinem Entschluss, nicht mehr auf die Kommandobrücke eines Vereins zurückzukehren. Das ist sicher. Trotzdem bleibt Fußball mein Mittelpunkt. Ob Nachwuchsförderung, Beratung, Sponsoring oder Fernsehen, ich mache das, was mir Spaß macht.
SL INWORLD: Wer wird Deutscher Meister?
Reiner Calmund: Ich hätte es Schalke gegönnt, glaube jetzt aber, dass die Stuttgarter das packen. Und wer am Ende oben steht, der hat’s verdient. So einfach ist das. Die Bundesliga Kick-Off-Party in der Calli Arena am letzten Samstag war super. Toll, mit welcher Identifikation die Avatare als Fans von Schalke, Frankfurt, Stuttgart, München, Bremen, Dortmund und Köln ihre Vereine repräsentiert haben, ob mit Fahnen, Trikots oder durch ihre Wortbeiträge und Fangesänge.





















